Turbolader

Turbolader

Der Turbolader dient zur Leistungssteigerung des Motors durch Umwandlung der ungenutzten Restenergie der Abgase.

Turbolader Bauarten

  • Ungeregelter Turbolader
  • Turbolader mit Ladedruckregelung
     - Ladedruckregelventil
     - Ladedruckregelklappe
  • Turbolader mit variabler Turbinengeometrie
     - VTG- / VNT-Turbolader

Turbolader-Anbauset

Bei Motorservice erhalten Sie zu zahl­reichen Turboladern den passenden Turbolader-Anbausatz.

Ein Turbolader-Anbausatz enthält genau die Dichtungen, die Sie für den Einbau des Turboladers benötigen. Außerdem ist eine Spritze mit Öl zur Erstbefüllung des Turboladers enthalten. So sparen Sie sich eine umständliche Beschaffung aller Einzelteile.

Aufbau und Funktion

1. Axiallager
2. Lagergehäuse
3. Turbinengehäuse
4. Variable Turbolader Geometrie
5. Turbinenaustritt
6. Turbineneintritt
7. Radiallager
8. Verdichtergehäuse
9. Verdichterrad
10. Verdichtereintritt
11. Verdichteraustritt
Drehzahlen des LäufersAbgas-temperaturenLadeluft-temperaturenÖlversorgungÖl-temperaturenÖl-Durchflussmengen
NKW: bis 160.000 U/minDiesel: bis 850 °CNKW: bis 180°Cdurch den Motorbis 140 °C2 bis 4 l/min
PKW: bis 320.000 U/minBenzin: bis 1.050 °CPKW: bis 140°C

Einbau

Achtung!
Nichtbeachtung der Einbauvorschriften hat den Verlust sämtlicher Gewährleistungsansprüche zur Folge.

Beachten Sie für den Einbau die Reparaturanleitung des Motorenherstellers und folgende allgemeine Hinweise: 
  
Überprüfen Sie vor der Montage die Luft-Ölfilteranlage des Motors, nehmen Sie einen Luftfilterwechsel und Ölwechsel mit Filter vor. 
  
Prüfen bzw. reinigen Sie die Ansaugleitung und das Abgassammelrohr des Motors. Fremdkörper in den Leitungen verursachen mit Sicherheit Schäden bei der Inbetriebnahme. 
  
Die Ölzulaufleitung und die Ölablaufleitung sind ebenfalls zu prüfen bzw. zu reinigen. Im Zweifel sind die Leitungen zu ersetzen. 
  
Füllen Sie die Öleinlassbohrung des Turboladers mit sauberem Motoröl, damit eine einwandfreie Schmierung bei der Inbetriebnahme gesichert ist. 
  
Bei allen Anschlüssen am Turbolader nie flüssiges Dichtmittel verwenden. 
  
Starten Sie den Motor und lassen Sie diesen ca. 30 Sekunden im Leerlauf laufen, bevor Sie ihn belasten.

Umfeld des Turboladers

1. Vakuumpumpe
2. Unterdruckspeicher
3. Druckwandler
4. Pneumatischer Steller ("Druck-/Unterdruckdose")
5. VTG-Lader
6. Turbolader mit Wastegate-Klappe
7. Pneumatischer Steller ("Druck-/Unterdruckdose")
8. Ladedruck-Regelventil

Bei Beanstandungen, die auf den Turbolader als Fehlerquelle hinweisen, müssen auch immer die Bauteile im Umfeld überprüft werden.

Mögliche Beanstandungen:
Leistungsverluste, Ruckel, Schwarzrauch, Fahrzeug geht in Notlauf.

Bei den oben angegebenen Beanstandungen wird der Fehler oft dem Turbolader zugeschrieben.


Mögliche Ursachen können aber auch sein:

  •  Defekte elektropneumatische Ventile
  •  Eine Vakuumpumpe, die zu wenig Unterdruck liefert
  •  Leckagen im Unterdrucksystem


Prüfung
Zur Prüfung von elektropneumatischen Ventilen siehe
folgende Pierburg Service Informationen (SI):

  • EUV: SI 0050, SI 0051
  • EPW: SI 0065, SI 0076

Elektrische Ventile

  • Zur Ansteuerung von pneumatischen AGR-Ventilen, VTG-Turboladern
    und zur Umschaltung von Bypass-AGR-Kühlern
  • Ein defektes elektrisches Ventil macht sich durch Schwarzrauch,
    Leistungsmangel, Ruckeln des Fahrzeuges oder Wechsel in den
    Notlauf bemerkbar

Elektrische Schubumluftventile (SUV)

  •  Minimieren deutlich den Effekt des "Turbolochs"
  •  Werden bei aufgeladenen Benzinmotoren am Turbolader eingesetzt

Vakuumpumpen

  • Anwendung z. B. für die Turboladerregelung und Schadstoffreduzierung
  • Jeder Dieselmotor hat eine Vakuumpumpe
  • Sicherheitsrelevantes Bauteil
  • Für die zuverlässige Unterdruckerzeugung zur Servo-Unterstützung
    und für die Funktion von Zentralverriegelungen, Klimaanlagen und
    Automatikgetrieb

Abgasrückführventile (AGR-Ventile)

  • Defekte AGR-Ventile können zu Verkokungen in der VTG-Turbolader-
    Einheit, zu Leistungsverlust,schlechtem Leerlauf sowie Schwarzrauch führen
  • Jeder moderne Motor hat ein AGR-Ventil
  • Pierburg AGR-Ventile können nicht durch AGR-Ventile anderer Hersteller
    ersetzt werden
  • Über 95 Typen im Pierburg Programme

Schadenserkennung

Diagnose Matrix

Wellenspiel des Turboladers

Achtung: Sicherheits-Hinweis

Dieser Test darf nur bei abgeschaltetem und abgekühltem Motor durchgeführt werden. Missachtung kann zu schweren Verletzungen führen!

Turbolader-Test – Wellenspiel
Oft werden Turbolader ausgetauscht, weil angenommen wird, dass Turbolader kein Spiel in der Welle haben dürfen. Das ist falsch!
Wie viel Wellenspiel der Turbolader haben darf, zeigt dieser Kurztest.

Technischer Hintergrund
- Turbolader müssen auf Grund der Lagertechnik Wellenspiel haben.
- Axial ist dies kaum spürbar, radial jedoch schon.
- Wie viel Spiel okay ist, zeigt die folgende Beschreibung.
- Die Spaltmaße zwischen den Schaufel-Rädern und dem Endgehäuse
  betragen heute oft im Umlauf nur ca. 6/10 mm.

Überprüfung und Empfehlung (siehe Abb. rechts)
1. Fassen Sie zur Überprüfung die Welle an der Verdichterrad-Mutter
    und heben diese leicht an (s. Abb.1).
2. Nun drehen Sie die Welle und beobachten, ob Sie Schleif-Geräusche
    oder einen Drehwiderstand feststellen können.

Ist dies der Fall, muss der Turbolader SOFORT getauscht werden!